Achtung: Widerstand

2013-01-10 14.11.22Widerstand von innen

Wenn du dich auf dem Weg machst, etwas zu verändern, wirst du Widerstand erleben. Zum einen, von deinem eigenen inneren Schweinehund und seiner ganzen Sippe, die dich an alten Mustern und Gewohnheiten festhalten wollen. Sie werden dir alle möglichen Negativbotschaften einflüstern, um dich von deinem Vorhaben abzubringen.

Die Schweinehunde kannst du besänftigen, indem du dir dein Ziel immer wieder klar vor Augen hälst. Nicht nur als Satz wie z. B. „Ich will ordentlicher werden!“ Sondern als Bild „Meine Umgebung soll die Klarheit und Ruhe einer nordischen Landschaft ausstrahlen (oder der Toskana, was auch immer dir lieber ist). Wie man Ziele setzt und so tief innerlich verankert, dass man sie leicher erreicht, erklärt Christoph Schalk ausführlich in dem Quadro „Ziele erreichen“

Widerstand von außen

Häufig kommt Widerstand nicht nur von innen, sondern auch von Außen. Von Menschen, die sich durch die Veränderungen, die du angehst, selbst in ihrer Trägheit angegriffen fühlen – obwohl du sie natürlich kein bisschen angreifst.

Vor ein paar Tagen habe ich etwas Interessantes erlebt. Ich ging Morgens zum Sport. Zwei bis dreimal pro Woche mache ich ein 20-minütiges Intensivtraining in einem nahegelegenen Sportstudio. Trainiert wird in kleinen Gruppen unter Anleitung. Ich bin motiviert – sonst würde ich nicht hingehen – aber nicht sooo motiviert, dass ich mich bis ans Äußerste gehen würde. Manchmal finde ich mich auch ein bisschen zu lasch. Mache die Übungen mit, aber gebe nicht immer alles.

Als ich am Montag pünktlich zu Trainingsbeginn ankam, hat ein Mann aus der Gruppe schon Übungen gemacht – noch vor Beginn. Mir rutschte ein „Du Streber“ raus. Darüber habe ich nachgedacht. Sein extremer Einsatz hat mir vor Augen geführt, was ich ohnehin schon wusste: „Ich bin da nicht super motiviert.“ Statt locker zu denken: „Das ist so und das reicht mir.“ fühlte ich mich unsicher. Und griff ihn an. Später habe ich mich für die unangemessene Bemerkung bei ihm entschuldigt.

Ich fand es sehr spannend, mich und meine inneren Prozesse zu beobachten.

– Ich sah einen Menschen, der etwas tat, von dem ich dachte, ich sollte es auch tun – ein bisschen mehr Ehrgeiz könnte nicht schaden….

– Ich verglich mich – und schnitt schlecht dabei ab. Ich fühlte mich schlecht.

– Um mich besser zu fühlen, griff ich den anderen an.

Solche Reaktionen werdet ihr – wenn ihr euch auf den Weg macht, etwas zu verändern, Dutzende von Malen erleben. Wenn du anfängst, dich regelmässig zu bewegen, werden die Bewegungsmuffel in deinem Umfeld dir Fanatismus vorwerfen oder dich entmutigen „Damit hörst du in zwei Wochen ohnehin wieder auf.“

Wenn du deine Ernährung änderst, werden „wohlmeinende“ Menschen dich davor warnen, es zu übertreiben „Willst du ein Strich in der Landschaft werden.“ Sie werden versuchen, Dinge abzumildern „So schlimm ist ein Stück Käsetorte doch nicht…“ Oder sie sagen dir, dass du es ohnehin nicht schaffst.

All das tun Menschen nicht, weil sie dir etwas Schlechtes tun wollen. Es ist vielmehr ein ungeschickter Versuch, sich selbst besser zu fühlen.

Was du tun kannst, wenn dir Widerstand von außen begegnet:

1. Vermeide – wo möglich – den Widerstand!

Du musst es dir nicht unnötig schwer machen. Sprich mit den Menschen über deine Veränderungspläne, von denen du ahnst, dass sie dich ermutigen werden. Erzähle anderen, die sich mit deiner Veränderung eher schwer tun werden, so wenig wie möglich davon.

– Wenn du abnehmen willst, dann vermeide – für eine Weile – den Kontakt mit Menschen, die mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben. Verbringe eher Zeit mit denen, die schlank sind und sich gut und gesund ernähren.

– Wenn du in Bewegung kommen willst, verbringen wenig Zeit mit trägen Menschen. Unternimm viel mit Freunden, die selbst aktiv sind.

– Wenn du dein Leben tatkräftig angehen und die Dinge besser geregelt bekommen willst – dann suche den Kontakt zu Menschen, die genau das ausstrahlen.

Es ist wissenschaftlich erwiesen: Wir gleichen uns den Menschen an, mit denen wir viel und intensiv Zeit verbringen. Wähle sie – gerade in einer Veränderungsphase – sorgsam aus.

2. Gehe gelassen mit Widerstand um

Wenn Menschen deine guten Vorsätze eher schlecht machen, dann denke gelassen: Das tut er nicht gegen mich – er tut es für sich. Er sagt das, damit er sich nicht so schlecht fühlt. Sie kritisiert, weil sie weiß, dass sie sich selbst verändern sollte. Lass die Probleme der anderen bei ihnen. Reagiere gelassen: „Du magst das so sehen – ich möchte gern bei meinem Kurs bleiben!“


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